Die vielen Namen des kleinen Küchenmessers – von Officemesser bis Zöppken
Officemesser – kein Büro, sondern französische Palastküche
Profiköche bezeichnen das Gemüsemesser oft als „Officemesser“. Dieser Begriff hat natürlich nichts mit einem Büro (englisch „office“) zu tun. Vielmehr stammt das Wort aus der traditionellen französischen Palastküche. Das französische Wort „office“ (bzw. „salle d’office“) bezeichnete die Anrichte- oder Spülküche in europäischen Königshöfen und herrschaftlichen Häusern.
Dort wurden täglich:
• Gemüse und Obst gewaschen und geputzt
• Lebensmittel geschält und zerkleinert
• Kalte Platten angerichtet, garniert und dekoriert
Das dort verwendete, kleine, wendige Allzweckmesser – „couteau d’office“ – behielt seinen Namen bis heute. Im Deutschen wird es synonym als Gemüsemesser, Spickmesser oder Allzweckmesser bezeichnet.
Zöppken – das Solinger Original mit bergischem Dialekt
In Solingen, der deutschen Klingenstadt, wird das gleiche Messer häufig „Zöppken“ genannt. Während der Begriff in Solingen bestens bekannt ist, ist er in den Großstädten der Region (z. B. Köln oder Düsseldorf) weniger geläufig.
Herkunft des Wortes „Zöppken“:
• Stammt aus dem Solinger Platt (Dialekt) und bezeichnet ein kleines, einfaches Küchen- oder Schälmesser.
• Linguistisch abgeleitet vom altdeutschen Wort „Zopf“ – beschreibt etwas Langgezogenes, Dünnes oder Spitz Zulaufendes (passend zur schmalen Klinge).
• Im bergischen Dialekt auch verwandt mit „zupfen“ oder „abzupfen“ – da das Messer genutzt wurde, um das Grün von Gemüse abzuzupfen, Strünke herauszuschneiden oder Schalen abzuziehen.
Das Zöppken gilt als Urgestein der Solinger Schneidwarenindustrie. Traditionell hat es einen einfachen, kalkgebeizten Griff aus Buchenholz und eine extrem scharfe Klingen.